Freitag, 30 September 2022

Wo ist Heidi Dannhäuser?

Heidi Dannhäuser wurde am späten Nachmittag des 14. November 2013 das letzte Mal von Zeugen gesehen. Seitdem fehlt jede Spur von ihr…

 

Wer ist Heidi Dannhäuser?

 

Heidi lebte im Jahr 2013 zusammen mit ihrem Lebensgefährten im Nürnberger Stadtteil Fischbach. Sie wird als sehr fröhlicher und offener Mensch beschrieben, der gerne auf andere Menschen zuging. Sie hat zwei Schwestern – Petra und Stephanie. Am 24. November 2013 wurde sie 50 Jahre alt. Für diesen großen Tag hatte sie bereits einige Gäste eingeladen und auch schon Getränke gekauft.

Obwohl sie als offen und fröhlich beschrieben wird, litt sie aber auch immer mal wieder unter Depressionen und Angststörungen. Zum Ausgleich dafür, also sozusagen um ihren Kopf freizubekommen, ging Heidi regelmäßig joggen. Damals arbeitete sie als Postbotin und ging nebenbei abends noch putzen. Drei Jahre zuvor, also im Jahr 2010, hat sie gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten ein kleines Häuschen in Fischbach gekauft.

 

Was ist passiert?

 

Es ist der 12. November 2013. Um 18.17 Uhr erhält Heidi’s Schwester Petra einen Anruf von Heidi. Da Petra aber gerade bei der Arbeit ist und ihr Chef direkt neben ihr steht, nimmt sie den Anruf nicht an. Petra hat ohnehin in 15 Minuten Feierabend und wird Heidi dann zurückrufen. Nun nimmt aber Heidi den Anruf nicht an. Einige Minuten später erhält Petra eine Nachricht von Heidi, in der sie ihr mitteilt, dass sie Petra am nächsten Tag noch einmal anrufen wird.

Heidi DannhäuserAm Abend des 12. November ist Heidi zu Hause. Es kommt zum Streit mit ihren Lebensgefährten. Keine Seltenheit bei den beiden. Auch ist es keine Seltenheit, dass ihre Streitereien durchaus ziemlich heftig werden können. So wohl auch an diesem Abend, denn selbst Nachbarn konnten ihren Streit draußen hören. Laut der Sendung Aktenzeichen XY soll es bei diesem Streit u. a. um nicht bezahlte Raten für das Haus gegangen sein. Laut des Lebensgefährten war das Verhältnis zwischen beiden am nächsten Tag aber wieder ganz normal.

So unterhielten sich nach Heidi’s Arbeitstag ganz normal miteinander und Heidi wollte den Abend in Ruhe vor dem Fernseher verbringen. Ihr Lebensgefährte wollte das Betriebssystem neu auf seinen Computer installieren. Gegen 5 Uhr am nächsten Morgen war diese Aufgabe endlich abgeschlossen und er ging ins Bett. Das Bett war leer. Ob Heidi schon aufgestanden war oder direkt auf dem Sofa geschlafen hat, konnte er nicht sagen. Um ca. 9 Uhr stand er auf und von Heidi Dannhäuser war im Haus keine Spur. Ihr Lebensgefährt war zunächst nicht besorgt. Heidi hatte heute ihren freien Tag und er ging davon aus, dass sie joggen war. Kurze Zeit später verlässt er selbst das Haus, um einige Dinge zu erledigen.

Als er in der Mittagszeit wieder nach Hause kommt, ist von Heidi aber noch immer keine Spur. Er versuchte sie anzurufen, erreichen konnte er sie aber nicht. Der Grund dafür war, dass ihr Handy lautlos im Schlafzimmer lag, wie sich später herausstellte. Als Heidi auch am Nachmittag noch nicht zu Hause ist, ruft er Freunde und Verwandte an, in der Hoffnung, jemand könnte ihm sagen, wo Heidi ist. Jedoch hatte niemand etwas von ihr gehört.

Er setzt sich also ins Auto und fährt die Waldwege, die zu Heidi’s Joggingstrecke gehören, ab. Heidi bleibt aber unauffindbar. Seiner nächster Weg führt ihn also zur Polizei, wo er Vermisstenanzeige stellt.

 

Die Ermittlungen

 

Am 19. November 2013 ergeht ein richterlicher Fahndungsbeschluss.

Die Polizei vermutete zunächst, es könne sich um einen Selbstmord handeln. Dafür sprachen die Depressionen und die Angstzustände, mit denen Heidi immer wieder zu kämpfen hatte. Dagegen sprachen aber die Pläne, die Heidi für ihren Geburtstag hatte. Außerdem konnte im weiteren Verlauf der Ermittlungen auch keine Leiche gefunden werden.

Auch die Vermutung, Heidi könnte ihr Leben für etwas Neues verlassen haben, verwarfen die Ermittler wieder. Sie hatte weder ihr Portemonnaie, noch ihren Ausweis, ihre Bank- und Krankenkassenkarten bei sich. Auch ihr Handy, Kleidung und Koffer waren zu Hause. Bewegungen auf ihrem Konto gab es ebenfalls nicht. Nach den ersten Ermittlungen hielten die Beamten ein Gewaltverbrechen für am wahrscheinlichsten.

Heidi Dannhäuser VermisstenplakatIm Zuge der Ermittlungen fuhr dann auch die Polizei Heidi’s Joggingstrecke ab. Mit dabei hatten sie ein Foto von ihr. Sie sprachen damit Passanten an und frugen sie, ob jemand Heidi gesehen hatte.

Insbesondere wurde das Gebiet rund um den Eisweiher bei Fischbach, wo Heidi regelmäßig joggen ging, abgesucht. Ca. 130 Polizisten durchkämmten ein Waldstück in der Nähe. Der Eisweiher wurde von Polizeitauchern abgesucht. Gefunden wurde Heidi Dannhäuser aber nicht.

Das Merkwürdige an dieser Sache ist, dass einige Monate zuvor, schon einmal ein 82-jähriger Mann spurlos verschwunden ist. Dieser Mann lebte nur sehr wenige Häuser von Heidi entfernt. Er war damals mit seiner Frau auf einer Fahrradtour in diesem Gebiet. Er fuhr bereits ein Stück vor seiner Frau. Als sie zu Hause ankam, war ihr Mann aber nicht dort. Weder sein Fahrrad noch er selbst wurden jemals gefunden. Trotz der wohnlichen Nähe beider Fälle geht die Polizei hier aber von einem Zufall aus.

Insgesamt wird das Haus, in dem Heidi mit ihrem Lebensgefährten lebte, drei Mal durchsucht.

Im Dezember 2017 ist der Fall Heidi Dannhäuser Teil der Sendung „Aktenzeichen XY“. Durch die dortige Darstellung gehen mehr als 30 Hinweise ein. Eine konkrete neue Spur ist aber leider nicht dabei.

Mittlerweile zählt Heidi zu den Cold Cases. Die Ermittlungen ruhen also. Werden irgendwo in Deutschland oder auch im Ausland tote oder vermisste Personen gefunden, wird zwar überprüft, ob es sich dabei um Heidi handeln könnte und auch wenn es zu neuen Hinweisen kommen sollte, ermittelt die Polizei noch. Ansonsten ruhen die Ermittlungen aber.

 

Die Zeugen

 

Viel ist zu Zeugenaussagen nicht bekannt. Bei meiner Recherche bin ich auf gerade einmal drei Zeugenaussagen gestoßen:

  1. Eine Passantin sagte, sie habe am 14. November 2013 gegen 17 Uhr den Schrei einer Frau gehört. Das Ganze sei in der Gegend Eisweiherweg geschehen.
  2. Ein Zeuge sagte aus, er habe Heidi am Morgen des 14. November 2013 um 7 Uhr vor ihrem Haus gesehen. Sie habe Dehnübungen gemacht und wollte wohl gerade joggen gehen.
  3. Andere Zeugen wollen sie zwischen 16.30 Uhr und 17 Uhr am 14. November 2013 gesehen haben.

 

Der Verdächtige

 

Auch wenn es kaum Hinweise gibt, was Heidi Dannhäuser passiert sein könnte, gab es dennoch einen Verdächtigen – ihren Lebensgefährten. Da die beiden sich des Öfteren stritten, war wohl für jeden offensichtlich, dass diese Beziehung nicht allzu harmonisch sein konnte. Selbst Heidi’s Schwester Petra sagte eine Woche vor ihrem Verschwinden, sie habe Angst um Heidi.

Heidi spielte offenbar auch mit dem Gedanken, sich von ihrem Lebensgefährten zu trennen. So war sie aktiv auf der Suche nach einer neuen Wohnung. Und nicht nur das; Heidi studierte auch Kontaktanzeigen. Dadurch kam es auch zu Treffen mit verschiedenen Männern. Mehr als neue Freundschaften fand sie dabei aber nicht. Einige Wochen vor ihrem Verschwinden vertraute sie ihrer Schwester noch an, dass sie sich verändern wolle.

Das alles gäbe ihrem Lebensgefährten zumindest ein Motiv, sollte er diese Dinge herausgefunden haben.

Einen Tag nachdem Heidi verschwand, hat er auch sein Auto sehr gründlich in einer Waschanlage reinigen lassen, was doch für Verwunderung sorgte.

Da er die Raten für das Haus irgendwann nicht weiter bezahlte, kam es im März 2018 zu einer Zwangsversteigerung. Ersteigert wurde das Haus von einer Baufirma, die ihn zunächst noch einige Zeit dort wohnen ließ. Die Kripo nutzte diese Chance dazu, einen richterlichen Durchsuchungsbeschluss zu erwirken. Im Mai 2018 wurden das Haus, die Garage und der Garten dann zum dritten und letzten Mal nach Spuren durchsucht.

Bei der Durchsuchung wurde u.a. ein Georadar eingesetzt. Dieser diente dazu, Unregelmäßigkeiten an Wänden und Böden festzustellen. Solche Unregelmäßigkeiten wären beispielsweise Hohlräume, doppelte Böden oder Strukturen in der Bausubstanz gewesen.

Auch spezielle Spürhunde, die darauf trainiert sind, menschliche Knochen zu wittern, kamen zum Einsatz. Spuren fand man aber während der gesamten Durchsuchung nicht.

 

Heutiger Stand

 

Heidi Dannhäuser wird heute immer noch vermisst. Ihre Familie hofft natürlich noch immer, Heidi zu finden und ist noch auf der Suche nach ihr. So sehr die Vermutung, dass Heidi Opfer eines Gewaltverbrechens wurde, natürlich naheliegt, so ist da dennoch die Hoffnung für ihre Familie, Heidi irgendwann doch noch einmal lebend in die Arme zu schließen.

Sollte also jemand einen noch so unbedeutend erscheinenden Hinweis haben, was mit Heidi Dannhäuser passiert sein könnte, so wendet euch bitte an die Polizei.

 

Keine Lust zu lesen? Hier das Video!

 

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