Freitag, 30 September 2022

Der ungelöste Mord an Bärbel Ketels

Bärbel Ketels wurde 1978 mit gerade einmal 31 Jahren in ihrer eigenen Wohnung ermordet. Auch wenn der Täter bis heute nicht gefasst wurde, sind die Ermittlungen nicht abgeschlossen…

 

Wer war Bärbel Ketels?

 

Bärbel war im Jahr 1978 31 Jahre alt. Sie war verheiratet mit ihrem Mann Dieter. Die beiden hatten auch einen gemeinsamen 7-jährigen Sohn. Die Familie wohnte zusammen in einem Lübecker Mehrfamilienhaus.

Tagsüber arbeitete Bärbel in Lübeck als Geschäftsführerin der Kneipe „Lilly 2“, die ihrer Mutter gehörte. Nebenbei besaß sie noch gemeinsam mit Dieter ein kleines Fuhrunternehmen.

Sie galt als sehr freundliche, vielbeschäftigte und attraktive junge Frau.

 

Was ist passiert?

 

Am 8. Februar 1978 hatte Bärbel Ketels ihren freien Tag. Am Morgen dieses Tages verkaufte sie aus ihrer Wohnung heraus eine Standuhr an einen Händler. Dieser bezahlte die Uhr mit fünf 100 DM Scheinen in bar. Anschließend ging Bärbel weiter ihrem normalen Tagesablauf nach.

In der Zeit von 15 Uhr bis 15.30 Uhr telefonierte sie noch mit ihrer Mutter. In der Zeit war Dieter noch mit in der Wohnung, verabschiedete sich aber kurz später, da er noch einmal zur Arbeit musste.

Um 17.30 Uhr kam Dieter wieder nach Hause und musste mit großem Schrecken feststellen, dass Bärbel nackt und erdrosselt auf dem Ehebett lag. Zu dieser Zeit war der Sohn der beiden noch draußen und spielte.

Niemand weiß, was in der Zeit von 15.30 Uhr bis 17.30 Uhr in der Wohnung der Familie Ketels geschehen ist.

 

Die Ermittlungen

 

Nachdem die Polizei verständigt wurde, verdächtigte diese natürlich sofort den Ehemann. Seine Unschuld konnte aber schnell bestätigt werden.

Die Ermittlungen ergaben, dass sich in der Wohnung eine Fremd-DNA befand. Diese wurde natürlich direkt überprüft, eine Übereinstimmung wurde aber nicht gefunden. Weiterhin konnte am Tatort eine Kette mit einem Anhänger sichergestellt werden. Auf dem Anhänger war entweder ein „MW“ oder ein „MV“ eingeritzt. Laut dem LKA konnte man solche Anhänger damals in Bastelgeschäften kaufen. Es wurde direkt vermutet, dass diese Kette dem Täter gehörte.

Der Mörder von Bärbel Ketels nahm außerdem noch das Bargeld aus dem Standuhrenverkauf mit sich. Die Polizei ging dementsprechend von einem Sexual- und einem Raubmord aus.

Wie der  Täter in die Wohnung kam, ist bis heute unklar. Es besteht die Möglichkeit, dass Bärbel ihm selbst die  Tür geöffnet hat. Es ist nicht auszuschließen, dass sie damals eine Affäre hatte. Genauso möglich ist es aber, dass er über den Hinterhof durch die Balkontür die Wohnung betrag.

Zur Tatzeit befand sich damals auch noch ein Baugerüst an der Rückseite des Hauses.

 

War es ein Serientäter?

 

Im Jahr 1981 kam es nur 3 km vom Tatort entfernt, zu einem weiteren Mord. Die 65-jährige Arztwitwe, Gisela B., wurde ebenfalls nackt und erdrosselt in ihrem Bett aufgefunden. Das war aber nicht die einzige Gemeinsamkeit; auch bei Gisela B. wurde eine größere Geldsumme entwendet. Weiterhin war auch Gisela in der Kneipenszene bekannt.

Während Bärbel in einer Kneipe arbeitete, verbrachte Gisela viel Zeit in verschiedenen Stammkneipen in Lübeck. Sie soll auch öfter flüchtige Bekanntschaften mit in ihre Wohnung genommen haben, um sie dort mütterlich zu versorgen.

Ob an beiden Tatorten übereinstimmende DNA-Spuren gefunden werden konnten, wird aus kriminaltechnischen Gründen nicht öffentlich bekannt gegeben.

 

Neue Erkenntnisse

 

Auch wenn der Mord an Bärbel Ketels mittlerweile 41 Jahre zurückliegt, ruhen die Ermittlungen nicht.

Im letzten Jahr kam es zu einem erneuten Fahndungsaufruf. Aufgrund von verbesserter und detaillierterer DNA-Analysen wurden Asservate und Spurenträger nochmals untersucht, so dass zwischenzeitlich ein vollständiges DNA-Profil vorliegt.

Das soziale Umfeld von Bärbel wurde nochmals befragt und auch neue Zeugen wurden vernommen, so dass es zu einigen neuen Hinweisen kam.

Es wurden nach all den Jahren noch einmal hunderte Speichelproben genommen. Diese bestätigten jedoch die Unschuld der bisherigen Tatverdächtigen. Auch Bärbel’s Mann, Dieter, schied nun endgültig als Verdächtiger aus.

Nach dem letzten offiziellen Stand suchen die Ermittler aktuell nach damaligen Stammgästen der Kneipen, in der Bärbel arbeitete. Auch die Firmen, die die Bauarbeiten damals am Haus, in dem die Familie Ketels lebte, verrichteten, werden gesucht. Man erhofft sich, durch diese Stammgäste und Arbeiter noch an weitere neue Hinweise zu gelangen.

 

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