Frauen als Serienmörder – unterschätzte Täterinnen der Geschichte
„Frauen töten nicht.“ Diesen Satz hört man immer wieder – und trotzdem widerlegt die Kriminalgeschichte ihn seit Jahrhunderten. Weibliche Serienmörder sind seltener als männliche Täter, aber ihre Fälle haben es in sich. Viele agieren leise, manipulativ und strategisch. Andere wiederum hinterlassen eine Spur so schockierender Gewalt, dass selbst erfahrene Ermittler sprachlos waren!
Mich fasziniert, wie sehr sich weibliche Serienkiller vom gängigen Täterprofil unterscheiden. Sie töten anders, aus anderen Motiven – und oft über Jahre, ohne erwischt zu werden. Genau hier liegt das große Missverständnis: Die Gefahr wird unterschätzt, weil das Stereotyp der „sanften Frau“ tief in unseren Köpfen verankert ist.
In diesem Artikel tauche ich mit dir in die dunkle Welt weiblicher Serienmörder ein. Ich zeige dir, wie sie vorgehen, was ihre Motive prägt und welche wahren Fälle die Geschichte bis heute erschüttern.
Warum weibliche Serienmörder so selten erscheinen – das verzerrte Täterbild

Weibliche Serienmörder – schon das Wort allein löst bei vielen so ein leises Zucken im Kopf aus, weil es irgendwie nicht zusammenpasst. Genau das ist das Problem. Weibliche Serienmörder werden in der Öffentlichkeit und sogar in der Kriminalstatistik oft völlig verzerrt wahrgenommen. Und manchmal sitze ich echt da und denke: „Wie können wir 2025 haben und immer noch an diesen alten Klischees festkleben?“ Aber gut, lass uns das Ding mal auseinandernehmen.
Viele der Missverständnisse starten bei den psychologischen und gesellschaftlichen Erwartungen, die wir Frauen seit Jahrhunderten überstülpen. Frauen gelten als empathisch, fürsorglich, sanft, häuslich – du kennst das ganze Paket. Wenn man dir dein ganzes Leben erzählt, dass Frauen beschützen, nicht zerstören, dann fällst du fast automatisch vom Stuhl, sobald du hörst, dass eine Frau zehn Menschen vergiftet hat. Das menschliche Gehirn mag Widersprüche nicht besonders, also schiebt es die Info erstmal in irgendeine Schublade für „Sonderfälle“. Und genau dadurch verschwinden weibliche Serienmörder statistisch fast in der Unsichtbarkeit.
Dazu kommt, dass weibliche Gewalt anders wahrgenommen wird. Das zieht sich wie ein roter Faden durch Polizeiakten, Medien und sogar Gerichtsverfahren. Ein Mann, der tötet? Brutal. Gefährlich. Monster. Eine Frau, die tötet? Da wird oft erst gefragt, ob sie vielleicht überfordert war, emotional instabil oder irgendwie „reingeschlittert“ ist. Manchmal wird sogar vermutet, dass sie manipuliert wurde – als hätte sie keinen eigenen Willen. Total verrückt, aber das passiert ständig. Bei vielen Täterinnen führte das sogar dazu, dass die Ermittlungen viel später begannen, weil ihr Umfeld die merkwürdigen Todesfälle als „Tragödien“ statt als mögliche Taten einstufte.
Und dann sind da diese typischen Klischees, die Ermittlungen massiv beeinflussen. Das berühmteste? Die „Black Widow“, also die giftmischende Ehefrau, die ihre Männer der Reihe nach ins Jenseits schickt. Dieses stereotype Bild ist so verdammt eingraviert, dass Ermittler manchmal echte Spuren übersehen, die nicht ins Klischee passen. Umgekehrt wird jemand, der optisch, sozial oder charakterlich nicht in dieses Schema fällt, oft gar nicht als potenzielle Täterin wahrgenommen. Da könnte eine Frau fünf Menschen vergiftet haben, aber solange sie freundlich lächelt und selbst Kekse backt, fällt sie durchs Raster. Und ja, das macht mich manchmal echt fassungslos.
Statistisch sind weibliche Serienmörder tatsächlich seltener – aber lange nicht so selten, wie man denkt. Der Anteil liegt je nach Studie bei 10 bis 15 Prozent aller Serienmörder. Das ist eine Menge, wenn man bedenkt, dass die meisten Menschen glauben, die Zahl läge bei 1 Prozent oder so. Ein Grund für diese Schieflage ist die Art, wie Frauen töten. Vergiftung, langes Leidenlassen, Ausnutzen von Vertrauensverhältnissen – das führt zu natürlichen Todesattesten oder langsameren Ermittlungen. Es ist einfach weniger auffällig als jemand, der mit Gewalt am Tatort agiert. Das heißt aber nicht, dass es weniger grausam wäre. Im Gegenteil. Viele Opfer sterben über Wochen oder Monate hinweg. Und trotzdem steht das kaum im Rampenlicht.
Dieses verzerrte Täterbild macht weibliche Serienmörder unsichtbar. Und das ist gefährlich, weil du nur das bekämpfen kannst, was du erkennst. Frauen werden nicht dadurch harmloser, dass wir sie in ein harmonisches Rollenbild pressen. Das Thema berührt Kriminologie, Psychologie, gesellschaftlichen Bias – und jedes Mal, wenn man denkt, man hat’s verstanden, stolpert man über die nächste Erkenntnis. Genau deshalb fasziniert mich dieses Thema so sehr, und es lohnt sich, tief reinzugehen, um den blinden Fleck endlich loszuwerden.
Typische Täterinnenprofile: Wie Frauen morden – und warum

Typische Täterinnenprofile bei weiblichen Serienmördern wirken auf den ersten Blick harmlos – genau das macht sie so gefährlich. Dieses ganze Thema frisst mich manchmal richtig an, weil weibliche Serienmörder noch immer total unterschätzt werden. Und trotzdem zeigen Akten aus über 100 Jahren Kriminalgeschichte immer wieder dieselben Muster. Das wirkt wie ein schlechter Déjà-vu-Moment, nur eben mit echten Opfern.
Wenn man sich mit weiblichen Serienmördern beschäftigt, stolpert man fast sofort über die typischen Motive. Habgier steht ganz oben – und zwar mit massivem Abstand. Viele dieser Täterinnen handeln nicht impulsiv, sondern planen ihre Morde, um Versicherungen zu kassieren, Erbschaften abzugreifen oder sich finanziell unabhängig zu machen. Das klingt kalt, und ja, es ist auch kalt. Rache taucht ebenfalls ständig auf, besonders in toxischen Beziehungen, in denen Frauen über Jahre Kontrolle verlieren und irgendwann eine Grenze überschreiten. Und dann gibt es noch Macht. Manche weibliche Serienmörder genießen dieses Gefühl, über Leben und Tod zu bestimmen. Emotionale Abhängigkeit mischt oft mit, wie ein Gift, das über Jahre wirkt. Da wird ein Partner nicht getötet, weil er gehasst wird, sondern weil die Täterin glaubt, ohne ihn nicht existieren zu können. Ziemlich verdreht, aber verdammt real.
Beim Wie wird’s noch spannender – und ehrlich gesagt manchmal auch frustrierend. Weibliche Serienmörder arbeiten selten mit brutaler Gewalt. Stattdessen greifen sie zu Methoden, die eigentlich total unauffällig wirken: Vergiftungen, Manipulation, das Ausnutzen von Pflege- oder Vertrauensrollen. Viele von ihnen waren Krankenschwestern, Pflegerinnen oder Personen, die beruflich nah an verletzlichen Menschen dran waren. Es tut weh, das zu sagen, aber genau diese Nähe ermöglicht ihren Modus Operandi. Und wenn jemand eine Pflegerin sieht, die liebevoll ein Glas Wasser reicht, dann denkt man eben nicht direkt an Zyanid, oder? Dadurch verschwimmen die Grenzen zwischen beruflicher Fürsorge und tödlicher Absicht – und zwar so sehr, dass Ermittler oft erst reagieren, wenn es viel zu spät ist.
Im direkten Vergleich mit männlichen Tätern zeigen weibliche Serienmörder ein völlig anderes Muster. Männer töten häufiger impulsiv, brutal, sichtbar. Frauen dagegen leise, strategisch und mit Methoden, die sich wunderbar als „natürliche Todesursache“ tarnen. Manchmal wird ein Opfer tagelang, wochenlang vergiftet – immer so dosiert, dass niemand Alarm schlägt. Und während ein männlicher Serienmörder wegen eines blutigen Tatorts schnell auf dem Radar landet, hinterlässt eine Frau vielleicht nur ein paar falsche Diagnosen. Das ist der Punkt, an dem ich regelmäßig die Stirn runzeln muss. Das System erkennt Gewalt besser, wenn sie laut ist. Aber was ist, wenn sie flüstert?
Genau deshalb bleiben viele weibliche Serienmörder so lange unentdeckt. Der Modus Operandi wirkt wie aus dem Lehrbuch für Unsichtbarkeit. Pflegeberufe geben ihnen Deckung. Gesellschaftliche Rollenbilder sorgen dafür, dass niemand Verdacht schöpft. Und ganz ehrlich: Wer denkt schon bei jeder liebevollen Frau Mitte fünfzig an ein potenzielles Serienmonster? Dieses verzerrte Vertrauen ist der Schutzschild, den viele Täterinnen jahrelang ausnutzen.
Wenn man sich die Akten ansieht, sieht man immer wieder dieselbe bittere Ironie: Die Gefahr war da, mitten im Raum, aber niemand hat sie erkannt. Und genau deshalb lohnt es sich, diese Muster zu verstehen. Je mehr wir über die subtilen Methoden weiblicher Serienmörder wissen, desto besser können wir verhindern, dass sie unentdeckt bleiben – und desto weniger können sie sich hinter Rollenbildern verstecken, die längst nicht mehr in die moderne Welt passen.
Die brutalen Ikonen – berüchtigte weibliche Serienmörder der Geschichte

Die brutalen Ikonen unter den weiblichen Serienmördern gehören zu den Fällen, die man nicht so leicht wieder aus dem Kopf bekommt. Und ehrlich, manchmal frage ich mich, wie es sein kann, dass die Geschichten dieser Frauen nicht viel bekannter sind. Jede von ihnen hat ein eigenes, komplett verstörendes Muster hinterlassen – und genau das macht sie so einzigartig. Kein Fall gleicht dem anderen, aber alle zeigen, wie komplex weibliche Serienmörder wirklich sind.
Aileen Wuornos ist wahrscheinlich die bekannteste unter ihnen. Eine Frau, die sich selbst als Überlebende eines brutalen Lebens sah und trotzdem zur „Damsel of Death“ wurde. Zwischen 1989 und 1990 erschoss sie sieben Männer in Florida – und das in einem Muster, das gleichzeitig chaotisch und erschreckend zielgerichtet war. Sie fuhr oft per Anhalter, suchte gezielt nach Männern und behauptete später, es sei Selbstverteidigung gewesen. Ob das stimmt, ist bis heute umstritten. Was mich dabei jedes Mal trifft: Ihr Leben war eine einzige Kette aus Missbrauch, Gewalt und Armut. Und trotzdem entschuldigt nichts, was sie getan hat. Dieser Mix aus Opfer- und Täterrolle macht ihren Fall so schwer zu greifen. Und genau deshalb taucht ihr Name in fast jeder Diskussion über weibliche Serienmörder auf.
Dann wäre da Gesche Gottfried – eine Frau, die im frühen 19. Jahrhundert in Bremen zur Legende wurde. Sie vergiftete zwischen 1813 und 1827 insgesamt fünfzehn Menschen, darunter ihre eigenen Kinder, Eltern, Freunde und Nachbarn. Und das mit Mäusebutter, einem damals gängigen Gift. Das Krasse daran ist, wie sehr die Leute sie mochten. Sie galt als hilfsbereit, charmant, beinahe „engelsgleich“. Kein Wunder also, dass man sie später den „Engel von Bremen“ nannte – ein Name, der sich wie ein schlechter Witz anfühlt, wenn man weiß, was dahintersteckt. Ihr Modus Operandi war typisch weiblich: unauffällig, langsam, fast unsichtbar. Das Perfide ist, dass viele ihrer Opfer wochenlang dahinvegetierten, während sie liebevoll am Bett saß.
Noch eine Liga härter wird’s bei Elizabeth Báthory. Bei ihr verschwimmen Legende und Realität manchmal so sehr, dass man aufpassen muss, nicht in reine Mythologie abzurutschen. Laut historischen Berichten soll sie im 16. und 17. Jahrhundert Hunderte junger Mädchen gefoltert und ermordet haben. Offiziell waren es 80 nachweisbare Opfer, inoffiziell schätzen Historiker aber eher 200 bis 650. Ihre Methoden waren unfassbar brutal für eine Frau ihrer Zeit – Schläge, Kältefolter, Nadeln, Hunger. Sie nutzte ihre Stellung als Adlige, um ihre Taten systematisch zu kaschieren. Der Mythos, sie habe im Blut gebadet, ist wohl übertrieben, aber die Realität war bereits schlimm genug. Ihr Fall zeigt, wie weibliche Serienmörder auch Herrschaft und Macht als Waffe nutzen können.
Und dann Nannie Doss, die „Giggling Granny“. Ihr Spitzname klingt so harmlos, dass es fast weh tut. Nannie hatte eine Vorliebe für Arsen und ein breites, fast fröhliches Lächeln, während sie über ihre Taten sprach. Sie tötete vier Ehemänner, zwei Kinder, ihre Schwester, ihre Mutter und sogar ein Enkelkind. Und immer wieder dieses unheimliche Kichern. Das ist einer der Fälle, bei denen man sich wirklich fragt, wie jemand so lange unentdeckt bleiben konnte. Doch ihre Opfer starben „friedlich“, und niemand ahnte, dass diese Frau eine der tödlichsten Serienmörderinnen Amerikas war.
Was all diese Fälle so außergewöhnlich macht? Jede dieser Frauen durchbrach auf ihre Art das gesellschaftliche Bild der harmlosen, fürsorglichen Frau. Sie nutzten Vertrauen. Nähe. Rollenbilder. Und das macht weibliche Serienmörder so unheimlich effektiv. Sie wirken oft unsichtbar, weil niemand damit rechnet, dass ausgerechnet eine Frau über Jahre hinweg kaltblütig tötet.
Psychologische Hintergründe: Was in Täterinnen vorgeht

Psychologische Hintergründe bei weiblichen Serienmördern wirken auf den ersten Blick wie ein chaotisches Puzzle, bei dem ständig ein Teil fehlt. Und genau das macht mich manchmal wahnsinnig, weil man so oft glaubt, man hätte ein Muster gefunden – und dann rutscht einem wieder alles durch die Finger. Aber je länger man sich mit weiblichen Serienmördern beschäftigt, desto klarer wird: Hinter der Fassade steckt meist eine Kombination aus Persönlichkeitstypen, Trauma, sozialer Prägung und manchmal einer verdammt tief sitzenden Dunkelheit.
Bei den Persönlichkeitstypen zeigen sich bestimmte Muster, die immer wieder auftauchen. Viele dieser Frauen wirken nach außen unglaublich freundlich, kontrolliert und organisiert. Genau das macht sie so effektiv. Häufig dominieren narzisstische Tendenzen, also dieses übersteigerte Bedürfnis nach Anerkennung oder Kontrolle. Gleichzeitig sieht man oft Züge von histrionischer Persönlichkeit – starke Emotionalität, dramatische Selbstdarstellung, manchmal fast schon übertrieben „liebenswürdig“. Und bei einigen weiblichen Serienmördern findet man sogar jene eiskalte Mischung, die man sonst eher Männern zuschreibt: psychopathische Strukturen, emotionale Kälte, fehlende Empathie, dieser typische „flache Affekt“. Es ist wie ein Mix aus Tarnung und Manipulation, der fast schon unheimlich gut funktioniert.
Wenn man in die wissenschaftliche Perspektive reinschaut, tauchen drei Dinge immer wieder auf: Narzissmus, Psychopathie und Trauma. Und das ist ein Trio, das nicht unterschätzt werden sollte. Narzisstische Frauen erleben Kritik oft wie einen Angriff auf die Existenz. Psychopathie äußert sich bei ihnen weniger durch impulsive Gewalt, sondern eher durch strategische Manipulation. Und Trauma? Das sitzt tief. Studien zeigen, dass ein Großteil der weiblichen Täterinnen früh im Leben körperliche, sexuelle oder emotionale Gewalt erlebt hat. Das heißt nicht, dass Trauma jemanden automatisch zur Täterin macht – aber es kann ein Faktor sein, der Empathie abstumpft oder das Vertrauen in Menschen komplett zerstört. Wenn man das einmal verstanden hat, begreift man, warum weibliche Serienmörder oft extrem kontrollierend sind und ihre Opfer über lange Zeit dominieren.
Ein spannender Punkt, der mich selbst überrascht hat, ist die Frage, ob Frauen seltener in extremistische oder grausame Gewalt fallen. Die Statistik sagt: Ja, sie tun es seltener. Aber – und das ist wichtig – nicht, weil sie „netter“ sind. Sondern weil ihre Art zu töten anders funktioniert. Viele weibliche Serienmörder nutzen Vergiftung, Vernachlässigung, Manipulation. Das sind stille Methoden, die unter dem Radar fliegen. Extremistische Gewalt, wie man sie aus Berichten über männliche Täter kennt, passt einfach nicht zu ihrem Modus Operandi. Es wirkt fast so, als würden Frauen Gewalt eher versteckt einsetzen als offen auszuleben. Und das macht ihre Verbrechen nicht „milder“, sondern oft sogar schwieriger zu erkennen.
Wenn man allerdings verstehen will, warum eine Frau überhaupt diesen Weg geht, dann muss man sich Kindheit und Umfeld anschauen. Da liegt der wahre Kern. Viele weibliche Serienmörder wachsen in chaotischen, gewalttätigen oder emotional instabilen Familien auf. Vernachlässigung, toxische Beziehungen, fehlende Bindungserfahrungen – all das hinterlässt Spuren. Und wenn ein Kind nie lernt, wie gesunde Beziehungen funktionieren, kann es passieren, dass es im Erwachsenenalter Macht über andere ausübt, um sich sicher zu fühlen. Nicht immer. Aber oft genug, um ein Muster zu erkennen.
Der Punkt, der mich manchmal richtig frustriert: Diese Hintergründe sind nicht sichtbar. Sie liegen wie ein Schatten hinter jeder Tat. Und trotzdem bleiben sie oft völlig unbesprochen, weil weibliche Serienmörder so selten in klassische Profile passen. Genau deshalb lohnt es sich, tiefer zu graben – erst dann versteht man, was wirklich in diesen Täterinnen vorgeht.
Warum weibliche Serienmörder so schwer zu fassen sind

Weibliche Serienmörder sind so verdammt schwer zu fassen – und jedes Mal, wenn ich mich mit diesen Fällen beschäftige, merke ich wieder, wie stark gesellschaftliche Rollenbilder Ermittlungen vernebeln. Das ist einer dieser Punkte, bei denen ich manchmal echt kurz vorm Augenrollen bin, weil das Muster so offensichtlich wirkt, und trotzdem passiert es immer wieder. Weibliche Serienmörder gleiten durch Systeme, die eigentlich aufpassen sollten, als wären sie unsichtbar. Und genau darum geht’s hier.
Ein großer Teil dieser Unsichtbarkeit entsteht durch soziale Tarnung. Viele weibliche Serienmörder sind Mütter, Pflegerinnen oder Ehefrauen. Rollen, die traditionell mit Fürsorge und Empathie verbunden werden. Eine Mutter bringt doch niemanden um, oder? Eine Pflegerin, die lächelnd Medikamente reicht, kann doch keine Gefahr sein? Genau dieses Denken macht es so einfach für sie, jahrelang unter dem Radar zu fliegen. Frauen, die in Pflegeberufen arbeiten – ob im Altenheim, im Krankenhaus oder privat – haben einen direkten Zugang zu vulnerablen Menschen. Und ihr Modus Operandi passt oft perfekt dazu: stille Methoden wie Vergiftung oder Medikamentenmissbrauch, die äußerlich kaum Spuren hinterlassen. Das ist wie ein perfekter Tarnumhang.
Was mich an diesen Fällen am meisten triggert, ist die Art, wie weibliche Serienmörder Vertrauen instrumentalisieren. Sie bauen es aktiv auf. Manche sind überfreundlich, manche wirken fast übertrieben hilfsbereit. Es ist wie ein Script: lächeln, Nähe herstellen, Rolle bedienen. Und ja, das fühlt sich manipulativ an – weil es das auch ist. Viele Täterinnen nutzen diese Position der Nähe, um Opfer emotional abhängig zu machen, um Zugang zu Geld zu bekommen oder um schlicht niemanden misstrauisch werden zu lassen. Vertrauen ist ihre Waffe, und sie setzen es präziser ein als jedes Messer.
Warum Ermittler so oft viel zu spät Muster erkennen, hängt stark mit diesem Bias zusammen. Wenn fünf ältere Menschen in einer Pflegeeinrichtung sterben, wird das oft als „natürliche Häufung“ abgetan. Wenn mehrere Männer einer Frau „zufällig“ kurz nach dem Testamentwechsel sterben, will niemand der netten Witwe Böses unterstellen. Dieses klassische „Frauen tun so etwas nicht“-Mindset ist gefährlicher, als man denkt. Statistisch gesehen töten weibliche Serienmörder seltener impulsiv. Sie töten langsam. Über Monate. Manchmal über Jahre. Wenn du so eine lange Zeitspanne hast, ist es viel schwieriger, Muster zu erkennen. Und wenn die Täterin auch noch in einem Job arbeitet, in dem Menschen ohnehin häufig sterben – dann, tja, viel Glück.
Einige der bekanntesten Fälle wurden erst nach Jahrzehnten aufgedeckt. Nehmen wir zum Beispiel Dorothea Puente, die in den 1980ern in Sacramento mehrere ihrer Mieter ermordete und ihre Sozialleistungen kassierte. Die Opfer waren obdachlos, alt oder isoliert – niemand vermisste sie schnell. Oder die britische Krankenschwester Beverley Allitt, die vier Kinder tötete und neun weitere schwer verletzte, bevor endlich jemand merkte, dass der „Zufall“ in der Kinderstation ein bisschen zu häufig zuschlägt. Und die Fälle von Altenpflegerinnen, die über zehn, fünfzehn oder noch mehr Tote hinterlassen – das ist fast schon ein eigenes, bitteres Subgenre.
Was all diese Täterinnen verbindet? Nicht Brutalität im klassischen Sinne, sondern Unsichtbarkeit. Sie funktionieren im Schatten. Sie wirken harmlos. Sie passen in gesellschaftliche Erwartungen. Und genau das ist das Problem. Weibliche Serienmörder sind schwer zu fassen, weil niemand ernsthaft nach ihnen sucht – bis es irgendwann zu spät ist.
Medienbilder und Popkultur – wie weibliche Killer dargestellt werden

Medienbilder über weibliche Serienmörder sind ein echtes Chaos – halb Klischee, halb Sensationsgier, halb völliges Wegschauen. Und jedes Mal, wenn ich mich damit beschäftige, denke ich mir: Kein Wunder, dass so viele Leute völlig falsche Vorstellungen darüber haben, wie weibliche Killer wirklich ticken. Popkultur hat ein eigenes Monster erschaffen, und das Ding hat mehr Make-up als Wahrheit im Gesicht.
Das bekannteste Klischee ist ohne Frage die „Schwarze Witwe“. Du kennst das Bild: eine elegante, geheimnisvolle Frau, die ihre Männer verführt, finanziell ausnimmt und dann mit einem perfekt gemischten Giftbecher ins Jenseits schickt. Sexy, manipulativ, kalt. Aber mal ehrlich: Das ist so weit weg von der Realität weiblicher Serienmörder, dass man manchmal lachen müsste, wenn es nicht so tragisch wäre. Die meisten Täterinnen sehen nicht aus wie eine Femme fatale aus einem Neo-Noir-Film, sondern eher wie deine freundliche Nachbarin oder die Pflegerin, die dir im Heim das Kissen zurechtrückt. Trotzdem lieben Medien diese überzeichnete Figur, weil sie sich gut verkauft – und weil das Klischee die brutale Realität entschärft.
Das bringt mich direkt zum nächsten Punkt: Sensationslust vs. gesellschaftliche Blindheit. Es ist absurd, wie beides gleichzeitig funktionieren kann. Sobald eine weibliche Serienmörderin entdeckt wird, springen Zeitungen und TV-Sender darauf wie auf warme Semmeln. Schlagzeilen wie „Engel des Todes“ oder „Killer-Nanny“ sind fast schon Standard. Aber gleichzeitig ignoriert die Öffentlichkeit davor jahrelang alle Warnsignale. Es ist wie ein krankes Spiel: Erst wird weggesehen, weil niemand glauben will, dass Frauen so etwas tun. Und dann wird’s übertrieben ausgeschlachtet, sobald der Fall aufgedeckt wird. Dieser Kontrast macht mich manchmal echt wütend, weil er zeigt, wie wenig wir aus vergangenen Fällen lernen.
Was richtig problematisch ist: Die mediale Darstellung verharmlost Täterinnen oft. Nicht unbedingt bewusst, aber durch die Art und Weise, wie berichtet wird. Frauen werden häufiger als „getrieben“ dargestellt – von Emotionen, von Trauma, von Überforderung. Männer hingegen gelten sofort als Monster, als sadistische Psychopathen. Bei Frauen suchen Medien fast automatisch nach mildernden Umständen. Klar, viele Täterinnen haben traumatische Hintergründe, aber das haben männliche Täter genauso. Dennoch bekommen Frauen häufiger eine Art Sympathie-Bonus, der den Blick auf die Realität verzerrt. Das ist nicht fair – weder den Opfern gegenüber noch der Wahrheit.
Popkultur trägt ihren Teil dazu bei. Serien, Filme und Dokus sind randvoll mit weiblichen Killern, die dramaturgisch attraktiv gemacht werden, als brennende Mischung aus psychischer Instabilität und erotischer Gefahr. Serien wie „Killing Eve“ oder „You“ machen das sehr deutlich. Und dann gibt’s die wahren Fälle, die in Dokus oft extrem reißerisch verpackt werden – teilweise mit mystischem Touch, damit es mehr nach Thriller wirkt. Dadurch lernen Zuschauer ein Bild von weiblichen Serienmördern, das in der Realität so gut wie nie auftaucht.
Besonders ärgerlich: Diese Darstellungen sorgen dafür, dass echte Täterinnen noch schwerer erkannt werden. Wenn wir erwarten, dass eine „Black Widow“ glamourös, sexy und offensichtlich manipulativ ist, übersehen wir die reale Gefahr – nämlich Frauen, die unscheinbar wirken, freundlich, sanft. Genau die, die perfekt in gesellschaftliche Erwartungen passen.
Medien und Popkultur haben unglaubliche Macht. Sie formen, was wir glauben, wie wir Bedrohungen einschätzen, wie wir Täterinnen sehen. Und solange dieses Bild verzerrt bleibt, bleiben weibliche Serienmörder im echten Leben ein blinder Fleck.
Moderne Forschung: Was wir heute über weibliche Serienmörder wissen

Moderne Forschung über weibliche Serienmörder hat in den letzten Jahren einen riesigen Sprung gemacht – und manchmal sitze ich da und denke: Endlich! Endlich hört man auf, Frauen in dieser Diskussion wie ein Randphänomen zu behandeln. Wenn man in aktuelle Studien reinschaut, merkt man schnell, dass das Thema viel komplexer, viel systematischer und leider auch viel unterschätzter ist, als man früher dachte.
In der Kriminologie und forensischen Psychologie gibt es heute neue Erkenntnisse, die die alten Mythen ordentlich durchschütteln. Ein Punkt, der mich besonders beeindruckt: weibliche Serienmörder folgen viel klareren Mustern, als man lange angenommen hat. Forscher haben inzwischen Tausende Fallakten analysiert, und da tauchen wiederkehrende Strukturen auf. Zum Beispiel, dass Frauen in rund 65 % der bekannten Fälle zu Vergiftung greifen. Das ist eine Zahl, die du einfach nicht ignorieren kannst. Und es erklärt, warum ihre Verbrechen so lange unentdeckt bleiben – ein schleichender Tod wirkt oft wie eine natürliche Ursache. Dazu kommt, dass viele Täterinnen eine berufliche Nähe zu ihren Opfern hatten, meist in Pflegeberufen. Ein gefährliches Setup, das moderne Forschung heute viel systematischer durchleuchtet.
Richtig spannend wird’s, wenn man schaut, warum Fälle heute schneller erkannt werden. Da gibt es gleich mehrere Gründe. Einer davon ist die Digitalisierung der Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen. Früher konnte eine Krankenschwester zehn Patienten verlieren, und jeder Fall landete als Einzeleintrag in irgendeinem Ordner. Heute werden Daten zusammengeführt. Und wenn eine Pflegerin plötzlich dreimal häufiger an Todesfällen beteiligt ist als ihre Kolleginnen, dann geht ein Alarm an – manchmal automatisch. Das ist zwar erschreckend, aber gleichzeitig ein Triumph moderner Technik. Gleichzeitig nutzen Ermittler forensische Software, die Muster und Wiederholungen findet, die ein Mensch niemals im Blick behalten könnte. Und ehrlich? Bei weiblichen Serienmördern ist genau das überfällig gewesen.
Es gibt aber auch deutliche Unterschiede zwischen historischen und modernen Täterinnen. Früher bewegten sich weibliche Serienmörder fast ausschließlich im häuslichen oder lokalen Umfeld. Die Opfer waren meist Familienmitglieder, Nachbarn, Pflegebedürftige – Menschen, die ihnen vertrauten oder abhängig waren. Heute sieht man eine breitere Streuung. Einige moderne Täterinnen wählen ihre Opfer zufälliger oder nutzen soziale Medien, Online-Plattformen oder Dating-Apps, um Zugang zu ihnen zu bekommen. Das bedeutet: Das Täterprofil verschiebt sich langsam, aber spürbar. Der klassische „Black Widow“-Fall ist nicht ausgestorben, aber er ist längst nicht mehr der einzige Typus, den wir sehen.
Natürlich fragen Forscher auch, wie sich weibliche Serienmörder in Zukunft entwickeln könnten. Und ja, manche Prognosen klingen heftig. Studien gehen davon aus, dass die Zahl der aufgeklärten Fälle steigen wird – nicht unbedingt, weil es mehr Täterinnen gibt, sondern weil wir sie besser erkennen. Das ist ein wichtiger Unterschied. Durch verbessertes Profiling, digitale Überwachungssysteme, medizinische Datenbanken und neue kriminaltechnische Verfahren sinkt die Unsichtbarkeit, die weibliche Serienmörder jahrzehntelang geschützt hat. Dazu kommt der gesellschaftliche Wandel: Frauen haben heute andere Rollen, mehr Freiheiten, mehr Druck – und das beeinflusst natürlich auch das kriminelle Verhalten, so ungemütlich das auch klingen mag.
Was mich an all dem manchmal frustriert: Wir hätten diesen Wissensstand schon viel früher haben können, wenn man weibliche Serienmörder ernster genommen hätte. Stattdessen hat man sie jahrhundertelang in Klischees gepackt oder als Ausnahme abgetan. Heute wissen wir es besser. Und je tiefer die Forschung geht, desto klarer wird: weibliche Serienmörder sind kein Unfall der Geschichte, sondern ein reales kriminalpsychologisches Phänomen, das wir endlich ohne Verblendung betrachten.
Der Abgrund hat viele Gesichter
Weibliche Serienmörder zerstören das Bild der „harmlosen Frau“ – und genau das macht ihre Taten so verstörend. Ich habe dir gezeigt, warum sie so selten erscheinen, wie sie vorgehen und welche Täterinnen die Geschichte geprägt haben. Je tiefer man in diese Fälle eintaucht, desto klarer wird: Gewalt hat kein Geschlecht.
Mich interessiert brennend, wie du das siehst.
Schreib mir unbedingt in die Kommentare, welcher Fall dich am meisten schockiert hat – und warum!
